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Meine Bemerkungen über Hirschselektion
Bald Übersetzung!
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Zustand der Züchten von Farmhirschtieren in Polen. Aus dem Sicht einjähriger Tätigkeit der Schlachterei.

Es ist eben ein Jahr seit Inbetriebnahme der Farmhirschschlachterei in Dąbrówka vorbeigekommen. Wir sind auf den Fleischmarkt mit Farmhirschfleisch und Fleischprodukte  gekommen. Wir führen Ankauf von Farmhirschen und Farmdamhirschen für Schlachtung.  Die gewonnenen Erfahrungen geben uns einen kritischen Blick auf den aktuellen Stan der Farmen von Hirschen und Damhirschen in Polen.

In der Zeit der Fertigstellung vom kompletten Schlachthof, d.h. außer richtiger Schlachtungsanlage auch Manipulationsgehege mit Bändigung, entstand großes Problem mit Beziehen von Lebendtieren. Es ergab sich, dass die meisten polnischen Farmen nicht richtig ausgestattet oder geführt sind. Bis jetzt ist es uns gelungen Lebend nur aus einer Hirschfarm und zwei Damhirsch-Farmen beziehen. Es ist keine Kunst einige Wiesenacker einzuzäunen und die Tier hineinlassen, was aber die meisten "Mäster" getan haben. So kann man 2-3 Jahre funktionieren aber was danach…? Tieredichte steigt, es entsteht inbred und es gibt mehrere Totenfälle. Zum Schluss erhalten wir kleine Tiere und mit schlechter Kondition z.B. Gewicht eines zweijährigen Damhirsches aus einer der "Farm" betrug 40 kg, wobei richtig geführtes zweijähriges Tier soll das durchschnittliche Gewicht ca. 50 kg  erreichen.  Wir hatten Problem mit Vertrieb von dieser Produktionscharge, da der Kunde größere Schlachtkörper, d.h. "normale", bekommen wollte.  Auf solchen "wilden" Farmen kann man nur vom Trennen Kalben von Mutter nach der Brunstzeit oder Stier träumen. Ich habe schon von eigenen Patenten gehört, wie Brett in dem Tor zwischen einzelnen Quartieren, das erlaubt, dem Kalb unter zu gehen und der Hirschkuh schon nicht mehr. Diese Ideen sind sowohl waghalsig aber auch lächerlich mit dem Nachteil für Tiere und Landwirt. Ja, die Schlachtung durch Abschuss in Quartier ist gesetzlich erstattet aber die Qualität so gewonnenes Fleisches ist erheblich niedriger (Schlachtkörperverletzung, unvollständiges Ausbluten), und die Farm soll nicht weiter als 3 Stunden Reisezeit (Bedingung: schnelle Schlachtkörperkühlung) vom Schlachthof entfernt sein. Gegen dem Anschein, Schlachtung auf den Quartieren ist nicht so leicht. Einer der Züchter der s.g. "Selbstbedienung-Dammhirschen" hat uns 100 Stück in Quartier geschlachteter Tiere angeboten (trotzt Manipulationsgehege). Nach Erfüllung bestimmter Veterinäranforderungen hat er mit der Schlachtung begonnen und deklarierte Lieferzeit der ganzen Mange innerhalb einer Woche. Die Tiere haben sehr schnell Hochsitze mit Schießen verbunden und der Züchter war imstande nur 20 Stück zu liefern.

Weiterhin, wenn eine Farm schon mit Fanganlage ausgestattet ist, ist sie kaum benutzt, weil es bei den ersten Fangproben viele Verluste und Beschädigungen von Tierkörpern gibt. Es ist Ergebnis vom Beziehen der Tieren aus "wilden Züchten" und / oder ungenügende Fachwissen und Erfahrungen des Zuchtbetreuers. Auch das  Beziehen der Tiere aus richtig geführten Züchten, d.h. wo sie regelmäßig in den Manipulationsgehege hingetrieben sind, garantiert in nächsten Jahren kein reibungsloses Manövrieren von Tieren. Einer der Züchter dachte, dass nach Beziehen solcher Tiere auch ihr Nachwuchs mit der Muttermilch das Wissen über Hintreiben und Gehege einsaugt haben! Diese fehlerhafte Schussfolgerungen führen nur zum erhöhten Totfallen beim Versuch einer Kontrolle des Rudels. Ich kenne auch eine Farm mit Manipulationsgehege, wo der Züchter ohne Tiere zu trainieren, versuchte die Herde in den größten Raum der Fanganlage hinzutreiben. Die Dammhirsche waren dort regelmäßig gefuttert und konnten frei hin- und herausgehen. Nach einigen Tagen der Fütterung hat dem Landwirte gelungen die Tiere in dem Fanganlage zu schließen. Bald wurden aber die Tiere sehr schnell freigelassen, weil sie sich in Panik gegenseitig verletzt haben (darunter waren auch Stiere mit hartem Geweih).

Schlüssel zur maximallen Reduzierung von Verlusten in den Züchten von Zuchtdammhirschen und Zuchthirschen sind erstens Fachwissen und zweitens Erfahrung. Das Behandeln von Hirschtieren als "selbstbedienende Tiere" ist ein sehr großes Missverständnis. Auf jeder Farm soll sich mindesten eine einfache Fanganlage befinden. Die Tiere müssen wissen, was Manövrieren bedeutet und mindestens 2-3 mal jährlich dieser Tätigkeit unterzogen werden. Die Kälber müssen von Müttern sowie die Stiere von Hirschkühe rechtzeitig getrennt werden. In diesem Punkt sind auch regelmäßiges Entwurmen, fachmäßige Fütterung und Geweihabschneiden sehr wichtig. Dadurch ist die Farm imstande gleichmäßige und von der besten Sorte Lebendtiere anzubieten, die ohne Verluste und Stress zum Schlachthof transportiert und dort ruhig ausgeladen werden, und  Schlachthofpersonal gefährdet seine Gesundheit oder Leben nicht. Die dadurch gewonnen Schlachtkörper sind vollkommen ausgenutzt (es gibt keine, aus den Verletzungen des Körpers ergebenden Abfälle) und dadurch kann man höhere Erlöse erlangen. In der Sache, des oftmals in Frage gestellten Beschneidens des Geweihs, kenne ich Äußerung einer "der Züchter", der auf eigener Farm diese Behandlung nicht praktiziert und auf die Frage, wie er ohne Verluste die Tiere abtransportieren will, antwortet, dass er die Stiere mit Geweih verladet und eventuelle Wunde und Totfalle als eigene Verlust annimmt! Es ist doch Brechen der Grundprinzipien von guten Tierzuchtbedingungen. Ich weiß, dass der Stier mit abgeschnittenem Geweih schon nicht mehr so repräsentativ ist, ich aber weiß auch, dass dank dieser Behandlung die Verluste wegen gegenseitige Verletzung von Tieren kaum auftreten, und Bedienung der Stiere in dem Quartier und in Fanganlage komfortabler ist. Man kann potentiellem Käufer das abgeschnittene Geweih und Fotos der Tieren vor dem Abschneiden vorzeigen (zusätzlich sein Gewicht). Der Unglücksfall, der vor einigen Jahren in Polen geschah, dass ein Stier mit dem Geweih einen Mensch getötet hat, hat kaum jemanden zum Nachdenken angeregt.

Eine andere Frage ist die Kondition die zum Schlachten gelieferten Tiere, also Fütterung sowie parasitologische Vorbeugung. Die Schlachttiere sollen in guter Form sein, d.h. nicht zu hager aber auch nicht zu fettig sein, weil das Fett ein Nebenprodukt ist. Deswegen ist es sinnvoll auch Wirtschaftlichkeit der Fütterung zu überdenken und die Schlachttiere getrennt halten. Auf solche Art und Weise kann man an Kraftfutter ersparen. Wichtig ist auch Fütterungsqualität, da sie sich auf die Qualität von Innereien auswirkt. Bei einer Lieferung von Damhirschen gab es fast 100% Magen-Verwürfe, in einem Magen haben wir sogar ein Stückchen eines Pullovers gefunden.

Antiparasitmittel bilden auf den Farmen keine hohen Kosten. Erheblich verbessern sie aber die Tierkondition und was damit verbunden ist, auch Gewicht von Schlachtkörper und Lederqualität. Bei uns, auf der Hirschfarm in Dąbrówka entwurmen wir die Tiere standardgemäß zweimalig: gleich vor dem Begin von Weide-Saison sowie vor der Brunftzeit. Die Kälber entwurmen wir zusätzlich nach dem Trennen von Müttern. Höheres Gewicht der Schlachtkörper bedeutet höherer Gewinn!

Andere Kuriosität, die wir während unserer einjährigen Geschäftstätigkeit gesehen haben, ist Nichtanmeldung einer Farm beim Kreisinspekteur des Veterinärdienstes. Beim Verkauf von Schlachttieren entstand das Problem mit Veterinärbescheinigung, die von dem Kreistierarzt nicht ausgestellt wurde, da er keine Ahnung über die Farmtätigkeit hatte.

Zu den oben erwähnten Schwerpunkten finden Sie unten einige Ratschläge, die Ihnen helfen sollen, eventuelle Probleme in Zukunft vermeiden. Ziehen Sie bitte diese Informationen in Betracht! Erstens ist die Farm beim Kreisinspekteur des Veterinärdienstes anzumelden. Der verleiht dieser Farm die Veterinärnummer. Zweitens: das harte Stiergeweih abschneiden, und damit Verluste wergen gegenseitiger Verletzungen der Tiere vermeiden dadurch auch  Bedienung der Tiere sicherer ist. In unserem Schlachthof nehmen wir nur Stiere mir abgeschnittenen Geweih, beginnend von zweijährigen Tieren an. Drittens: keine Angst vor Nutzen des Manipulationsgeheges und üben, üben und noch mal üben! Aller Anfang ist schwer auch Tiermanipulation aber Hirschtiere sind  nicht dumm und lernen sehr schnell, besonders wenn sie schematisch und mit Gefühl hingetrieben sind und in Fanganlage üben. In den ersten Jahren hatten wir auf unserer Farm in Dąbrówka auch Verluste. Geringschätzung von extrem wildes Benehmens von einzelnen Kälbern war für uns eine große Lehre. In nächsten Jahren hatten wir aggressive, springende, dreijährige Stiere! Derzeit unsere Arbeit mit den ausgewachsenen Tieren ist einfach, weil die Hirsche ausgezeichnet wissen, was ich von ihnen erwarte, wiederholend zwei mal pro Jahr eigentlich die gleichen Tätigkeiten (vor der Brunftzeit und nach der Brunftzeit). Anders ist es mit Jugend, der ich mehr Zeit widme und in der Winterzeit "probeweise" trainiere. Sehr oft in jungem Rudel nutze ich ein älteres und erfahrenes Tier, das die Kälber führen kann und dadurch mir die Aufgabe erleichtert und Arbeitszeit verkürzt. Ich trainiere Jugend  richtig auf das Hintreiben zu reagieren, fließend in die Fanganlage hineingehen und sich in Quartierräumen trennen lassen. Die für Training gewidmete Zeit bringt Erfolge in Zukunft mit einem problemlosen Rudel.

Ich hoffe, dass dank unseres Schlachthofs ein Teil der Eigentümer der Hirschtierfarmen sich den Absatz der Tiere sichert, bauend Farmen mit Warenprofil. Verkauf von Zuchtmaterial befindet sich  derzeit in Rückgang und der Preis von Zuchthirschkuh liegt ganz nah Lebendpreis. Es währe gut, wenn einige Farmeigentümer sich diesen Artikel zu Herzen nehmen und auch zum Züchter werden, was entgegen dem Anschein nicht eindeutig ist. 

Agata Hanelik

Mai 2010